Header image  

Wandern mit Karl
 
 
 
 
 

 
 
Über mich

Ich liebe schroffe Felsen, zerklüftete Gletscher und hohe Berge mit Tälern, in denen Menschen über Jahrhunderte in harter Arbeit eine liebliche Kulturlandschaft geschaffen haben. Zeichen und Reste dieser Leistungen sind im ganzen Alpenraum vorhanden und mit interessanten Geschichten und Tragödien verbunden.
Seit jeher haben mich diese Geschichten interessiert, wie haben die Menschen ihre Produktionsformen an die klimatischen Bedingungen angepasst, was haben sie angepflanzt und wie sind sie mit den Naturgewalten umgegangen. Man kann durchaus sagen, dass die Alpenblumenvielfalt im Lötschental und in den Alpen  zu einem grossen Teil unseren Ahnen zu verdanken ist.

Die Wanderleiterschule in St. Jean im Val d’Anniviers www.wanderleiterschule.ch macht auf solche Zusammenhänge aufmerksam. Die Ausbildung, die demnächst mit einem Fachausweis abgeschlossen werden kann, besteht aus zwei Sommer- und einem Wintermodul und dauert ca. 80 Tage. Ich durfte diese Ausbildung absolvieren und habe das Wanderleiterdiplom im November 2009 erhalten. Die Ausbildung ist breit, von der Astronomie über die umfangreiche Botanik zur Geologie bis hin zur Völkerkunde. Der Weinbau darf nicht fehlen und natürlich ist es für die Wander-Planung wichtig, wie viel Zeit es braucht um den Lötschenpass zu überqueren, und was zu tun ist, wenn einen Gast eine Wespe sticht.

„Ein guter Wanderleiter ist man nicht sondern man wird es“ Die letzten beiden Sommer (2008/2009) habe ich rund ums Lötschental 25 Wanderungen geführt und dabei wertvolle Erfahrungen und Wissen gesammelt. Ein 12 jähriges Mädchen hat mich gefragt, wieso das Gletschertor so gross sei, oder wissen Sie, wieso das Bietschhorn höher ist als das Breithorn breit, und wieso der Zuckerstock nicht in Rio sondern im Lötschental liegt?

Man sieht nur was man weiss, hat mir der Geograph Dr. Uwe Börst bei einer Wanderung im Gletschervorfeld des Langgletschers gesagt. Es ist nicht immer einfach, Zeichen von Steinschlag, Bergstürzen, Lawinen und Murgängen zu deuten und in einen grösseren natürlichen und kulturellen Zusammenhang zu stellen. Vor 150 Jahren wurde das Bietschhorn zum ersten Mal bestiegen, wie haben Leslie Stephen und Konsorten das Lötschental angetroffen, insofern als um diese Zeit die Gletscher im Lötschental einen Höchststand in der kleinen Eiszeit erreichten? Die grössten und eindrücklichsten Moränen von damals sieht man noch heute, vor allem im hinteren Lötschental.  Die Sennerinnen der Gletscheralp kennen mancherlei Geschichten Ihrer Ahnen aus jener Zeit, in der man wünschte und betete, dass die Gletscher ja nicht weiter vorstossen mögen. Ich bin Mitglied der Arbeitsgruppe des "Landschaftsökologischen Lehrpfades Langgletscher" www.loetschental-plus.ch/natur-a-erleben/gletschervorfeld.html der nächstes  Jahr eröffnet wird. Das Vorfeld des Langgletschers ist eine meiner Lieblingsgegenden im Lötschental.

Ein Gast hat einmal gesagt, das Lötschental komme ihm wie ein kleines alpines Bali vor. Sowohl auf der fernen indonesischen Insel als auch im Lötschental gab und gibt es alte überlieferte Bräuche und Sitten, Frauen in prächtigen Kostümen und Trachten, Fratzen und dämonische Tänze, ergreifende religiöse Feste und Totenkulte, und natürlich die bezaubernde, von den Menschen gemeinschaftlich erschaffene Kulturlandschaft.
Das Lötschentaler Museum www.loetschentalermuseum.ch/ ist zugleich Kulturmuseum und Talgedächtnis. Es ist ein Ort der Kulturgütererhaltung, der Dokumentation, der Wissensvermittlung, der Begegnung und des Austauschs. Es ist für mich die wichtigste Informations- und Inspirationsquelle und nicht nur  Bestandteil eines Schlechtwetterprogrammes. Als Kassier des Fördervereins setze ich mich dafür ein, dass Beiträge für das Museum weiterhin interessante Projekte ermöglichen und die Geschichte und das Lötschental lebendig bleiben.

Heimat ist für mich dort, wo man mit Menschen reden, feste Feiern, arbeiten und angenehm und sicher leben kann. Die Menschen in meiner Heimat sind mir wichtig und es ist mir ein Anliegen, dass diese Menschen auch weiterhin in einer der schönsten Alpengegenden wohnen können – im Tal der Täler, dem Lötschental. www.loetschental.ch